Quite Universal Circuit Simulation

4 01 2009

Seit ein paar Tagen spiele ich jetzt mit dem OpenSource Simulationsprogramm Qucs (Quite Universal Circuit Simulation) herum.

Eigentlich benutze ich für Schaltpläne Target 3001! V14, weils in der kleine Version umsonst und für mich völlig ausreichend ist. Leider komme ich da mit den Simulationsfunktionen nicht so klar, es sind einfach zu viele Einstellungen und Kniffe.

Bei Qucs gefällt mir vor allem etwas, was man bei sehr viele Programmen aus dem Unix-Umfeld findet: Es erfüllt in erster Linie genau die Aufgabe, für die es geschrieben wurde. Sobald man das Programm gestartet ist, öffnen sich eine leere Fläche und man kann sofort loslegen. Rechterhand finden sich die Arbeitsflächen Projekte, Inhalt und Komponenten. Absolut selbsterklärend. In der Symbolleiste am oberen Rand finden sich noch ein paar Knöpfe zum verschieben, spiegeln und deaktiveren von Komponenten sowie ein Werkzeug zum verlegen von Leitungen.

Keine überflüssigen weiteren Knöpfe. Das bedeutet aber nicht, dass Qucs nicht ein sehr mächtiges Werkzeug wäre. Es zeichnet sich, im Vergleich zu anderen Simulationsprogrammen, die ich mir angeschaut habe, vor allem durch seine aufgeräumte Oberfläche aus. Die Leistung steckt unter der Haube, da wo sie auch hingehört.

Einfache Simulationen lassen sich sehr schnell zusammenklicken: ein paar Quellen, Widerstände, Transistoren und Kondensatoren reinwerfen, verdrahten, hier und da noch ein Label (zum Abgreifen von Spannungen) und virtuelle Messgeräte, fertig. Die Simulation selbst wird über spezielle Komponenten gesteuert. Zur Auswahl stehen DC-, AC-, Transienten-, S-Parameter-, Digitalsimulation und Optimierung. Die Simulationen lassen sich über Parameter der Komponenten steuern.

Wer damit nicht auskommt: Es gibt eine Spicebrückenkomponente, mit der Spicecode geladen werden kann. Desweiteren Equationkomponenten, mit dennen man die Simulation direkt über eingebettete Formeln beeinflussen kann. Und da Qucs OpenSource ist können auch ohne weiteres eigene Komponenten entwickelt werden.

Nach einer Simulation können alle gewonnenen Datensätze direkt in Qucs mit den zahlreichen zur Verfügung stehenden Diagrammkomponenten angezeigt werden, oder exportiert und in irgennt einer anderen Weise weiterverarbeitet werden.

Jedem, der seine Finger in der Welt der Elektronik stecken hat, kann ich Qucs nur wärmstens ans Herz legen.

Edit: Ok, ein bisschen doof ist das Qucs intern anscheinend alle Netze per Knotenpotentialverfahren auflösst und darum jede Schaltung über eine angeschlossene Masse verfügen muss. Aber naja, man muss eben auch Abstriche machen können. Und die 0V zu finden ist ja auch nicht soo schwer.