Warum Videoüberwachung Gewaltexzesse nicht verhindern kann

15 09 2009

Dieser SpiegelOnline-Artikel fast ziemlich präzise zusammen, warum Videoüberwachung keine Straftaten verhinderen kann und entlarvt damit die immer wiederkehrenden Forderungen nach eben dieser, vor allem der CDU/CSU, als nutzlos.

Es dauerte nicht lange, da verfiel die Politik in altbekannte Forderungen. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann verlangte härtere Gesetze und rief die Bahn auf, mehr für die Sicherheit auf Bahnhöfen zu tun. Der CSU-Politiker sagte am Montagmorgen im rbb-Inforadio: “Ich fordere von der Deutschen Bahn klipp und klar, dass alle S-Bahn-Stationen ebenso wie die U-Bahnhöfe mit Video-Überwachungseinrichtungen ausgestattet werden.”Fachleute wie der Berliner Wissenschaftler Eric Töpfer halten das für wenig hilfreich. “Videokameras werden Gewalttaten wie in Solln nicht verhindern können. Zur Abschreckung dieser meist jugendlichen, völlig irrational handelnden Täter taugen sie nicht.” Die Forderungen der Politik seien “ein in Zyklen wiederkehrendes Ritual, das die Illusion eines Allheilmittels schaffen soll”, so der Politologe, der am Zentrum Technik und Gesellschaft der TU Berlin forscht, zu SPIEGEL ONLINE.

Seine Kollege Nils Zurawski, der sich im Hamburger Institut für kriminologische Sozialforschung mit dem Thema Videoüberwachung befasst hat, hält den Big-Brother-Ansatz ebenfalls für verfehlt: “Das Problem ist auch: Es schauen einfach zu wenige Leute zu. Selbst wenn die Kameras einen Übergriff einfangen, sieht das häufig niemand”, sagte der Soziologe. Die Sicherheitszentralen seien einfach zu schlecht besetzt. Die Bahn betreibt nach eigenen Angaben zurzeit 3200 Kameras in Deutschland.

In Aachen engagiert sich die Piratenpartei aktiv für die Abschaffung jeglicher unnützer Überwachungseinrichtung im öffentlichen Raum. Mehr Informationen dazu findet man: Piratenpartei Aachen – ÜberwAACHEN.


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